Ich sitze in meiner Zelle und denke,
was ich dem Mond wohl zu Weihnachten schenke.

Vielleicht ein paar metallene Späne,
die glitzern so silbern, vor allem jene

handgefeilten der mittleren Nacht,
mit Mondlicht gewaschen, weich gemacht.

Eine Fliege flüstert mir ins Ohr:
„Der Mond mag Motten und zuvor
Menschen, die ihn wie Licht umschwirren.“
Es gibt Insekten, die mich verwirren.

Ich starre auf meinen Zellenkern,
ich hab den Mond zum Heulen gern.

Wie reut es mich nun ganz und gar,
mein kurzgeschornes Häftlingshaar… –

die Schuld, die mich hat hierhergebracht,
und nach der ich frage, jede Nacht. –

Da fällt mir auf einmal ein,
ich hab da so einen Stein

in meinem Herzen seit ich bin,
ein Scherbchen nur, doch immerhin.

Es scheint mir fast zu sein
eine Art von Mongestein.

*

Inzwischen ist es wieder März,
marzipanisch wird mein Schmerz.

Und der Mond in dunkler Nacht
hat sein Licht heut‘ ausgemacht.

Im Finstern sitz ich voller Bangen:
„Unbeschenkt ist er gegangen.“

eventuell würd’s ihm ja reichen,
auch unbeschenkt  herumzustreichen.

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