müde bin ich geh‘ zur Ruh,

mache beide Äuglein zu*,

in meinem Kopf, das Karussell

dreht sich unentwegt und schnell.

Zur Beruhigung les‘ ich Kant

und klopf‘ Nägel in die Wand.

Mit Köpfen, das ist richtig,

ohne Hammer, ich Wicht, ich.

Mein Darm gibt Alarm,

„Mir wird’s hier unten viel zu warm,

zu eng, zu muffig, ich will raus.“

Ich sage ihm: Darm, du bleibst zuhaus,“

und schaue streng autoritär

in Richtung Tütengummibär.

Ich küsse ihn und fress‘ ihn auf,

trinke kaltes Bier darauf.

Hätte ich jetzt Zigarettenpause,

Chips und Flips, Zuckerbrause,

ich wüßte nicht, was ich täte,

das schwör‘ ich Dir, Du meine Grete.

Mein höchster Traum ist tiefer Schlaf

als weißes oder schwarzes Schaf

in Orpheus Armen, das wär schön,

gute Nacht, ich muss jetzt …

*

  • die ertsen zwei Zeilen: von Louise Hensel (1798 –1876))
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