Jahresanfang: Er hat so etwas Feierliches an sich – wie ein frisch gekauftes Schreibheft. Die erste Seite ist noch reinweiß, die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt.

Ich schrieb unlängst von einem Wal. ( letzter Eintrag vor dem Jahreswechsel). Sein Auftauchen ließ mich vermuten, dass er noch einmal wiederkäme. Das tat er, doch sei an dieser Stelle erwähnt, dass ich nicht weiß, ob er ein  „er“ oder eine „sie“ ist.
Sei es wie es sei, meine obenkreisuntenkreuz-Wälin, die ebenso ein mittigerkreisrechtseinpfeilnachschräg-oben-Wal sein könnte, ist tatsächlich wieder aufgetaucht, allerdings in einem veränderten Agregatzustand. (Ich traue mich nicht ganz, „er“ zu sagen. Säugetiere sind hochsensibel. Je dicker die Haut, desto nachtragender sind sie.)
Es ist mir völlig unerklärlich, aber der Wal hat sich vor ca. zehn Tagen in Luft aufgelöst, ist sozusagen aus heiterem Himmel Luftfisch geworden. Bzw. „sie“ oder was es sonst noch für Möglichkeiten gibt.  Ein dematerialisierter Walfisch sollte im Grunde  über den Dingen schweben, während ich mich hier beim Schreiben verheddere nur wegen der korrekten Anrede.


E R S I E                                                                      

Ich soll „Ersie“ schreiben. „Na gut, mach ich “ erwidert mein Gedankenich  mit scheinbar cooler Gelassenheit. Schräg rechts, ca. 3 Baumlängen über mir ist nichts zu sehen. Dort, wo „Ersie“ ist. Ich habe auch nicht hingeguckt, da ich im Moment mit ganz anderen Dingen beschäftigt bin. Einem Déjà-vu, nämlich. Also mit einer Eingebung von etwas, das erst noch passieren wird und dass trotzdem schon mal da gewesen ist. Vielleicht habe ich einfach nur Walverwandte. Wer weiß.

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