Ihr menschen, die meinen blog lesen: vielen dank. Es hat mich sehr bereichert, durch euch/Sie wieder ins lesen und schreiben gekommen zu sein und teilhaben zu dürfen an einer vielfalt des individuellen ausdrucks.

diesmal verabschiede ich mich mal für länger als nur für einen monat ( – wie ich es bereits einmal im märz tat).  Ab nun werde ich wieder meinen füller schwingen und ganz altmodisch auf papier schreiben.

Ich habe mir die folgende arbeit vorgenommen: Die gesammelten werke meines großvaters und meiner eltern durchgehen, sehr persönliche zeugnisse aus dem krieg.

Es ist ein ziemlich dicker packen, und das meiste ist in sütterlin geschrieben mit scharf gestochner feder. Das hielt mich vom lesen ab. Was ich  bisher auf den getippten seiten sah, das ruft mich auf, dem lesen dieser briefe zeit einzuräumen.

Scheint so, dass ich nicht gestrickt bin fürs internet, es macht mich noch wuseliger, als ich es ohnehin schon bin. Das gute am bloggen ist, dass nun mein schreibwerk nicht mehr so schnell weg kommt. Denn außer sütterlin kann ich auch meine eigene schrift meistens nicht lesen. Wenn ich denn üüüberhaupt das glück habe,  die von mir beschriebenen zettel wiederzufinden.

Todesmutig edelsteinige wege anvisierend, werde ich mich auf die große datenautobahn nur noch begeben, um ihren anteil in meinem leben schritt für schritt zu verkleinern.

 

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… und zum schluss hier mit einem zwinkernden winkewinke ein furchtbar schön melancholisches gedicht von

 

stefan george:

Herr der Insel“

Die fischer überliefern dass im süden
Auf einer insel reich an zimmt und öl
Und edlen steinen die im sande glitzern
Ein vogel war der wenn am boden fussend
Mit seinem schnabel hoher stämme krone

Zerpflücken konnte · wenn er seine flügel
Gefärbt wie mit dem saft der Tyrer-schnecke
Zu schwerem niedrem flug erhoben: habe
Er einer dunklen wolke gleichgesehn.
Des tages sei er im gehölz verschwunden ·

Des abends aber an den strand gekommen ·
Im kühlen windeshauch von salz und tang
Die süsse stimme hebend dass delfine
Die freunde des gesanges näher schwammen
Im meer voll goldner federn goldner funken.

So habe er seit urbeginn gelebt ·
Gescheiterte nur hätten ihn erblickt.
Denn als zum erstenmal die weissen segel
Der menschen sich mit günstigem geleit
Dem eiland zugedreht sei er zum hügel

Die ganze teure stätte zu beschaun gestiegen ·
Verbreitet habe er die grossen schwingen
Verscheidend in gedämpften schmerzeslauten

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