„hafenmöwe“ sagt tschüs (nonamepoetry bleibt)

keinen hafen fand die möwe heut

den strand den sie ihr eigen nannte

wo kräne starr nach oben ragen

nagen an den wolkenrändern

die wolken trugen sie in einem fort

als ob es große wogen wären

immer nur an orte ohne land

klein wurde sie die möwe klein

ein lied blieb hängen in der luft

silberflügelweisen heisre schreie

frei ist sie die möwe frei ohne hafen

und ohne namen grenzenlos

 

 

 

 

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die schon wieder gepachtete wahrheit

verspachtelt den blick macht starr das gesicht

es gibt eine gnade vergänglichkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ausgerechnet

scheinbar harmlos umzingelt es am liebsten brennende ideale

gibt sich ungezwungen jovial beinah offen leicht moralisch

das gesetz der masse die formel eins unter den handelsformeln

 

im kuchen ist ei das wurde unwiderlegt gelegt von ’nem huhn

ein huhn ’s war einmal ein schönes leben als henne, küken und hahn

kuchen schmeckt gut  wieviel  kisten huhn das wohl gekostet haben mag

 

egal weil es gut schmeckt ist der billige preis recht gerade recht

gesetz der masse williges mittel einer vesteckten instanz

gesetz der masse ist niemand zu sein auf den es ankommt zum beispiel

 

zum beispiel (bitte ausfüllen namen, vornamen, ort, unterschrift)

 

 

 

 

 

 

sterne

was nicht mehr besteht

das immer ferne

licht von deinem licht

sterne leben stunden

wie leicht die eine hand

sich  bei worten hob

aus dem einen mund

unverwandt ihm willens

es ruft ins herz hinein

die geste ist ein fall

von licht zu einem ton

der anklang ist aus sicht

 

 

 

 

 

auf wiedersehn

schmetterling du mein liebster

deine flügel werden dünn

und dein kleid färbt ab aufs laub

du schläfst ein am tage

manchmal erzählst du sinnend

von einem raupenleben

du nennst es inkarnation

während du die flügel streckst

 

 

 

 

 

 

 

 

regen

 

 

es sind die trockenen worte

die kennen den fluss das kommen

den dammbruch das hageln gewalt

.

es ist das nicht hinsehn heute

das laufend sich verjährt heute

könnte kein krieg wie damals sein