novembermorgen

nebelschleier bergen’s licht

werfen ihre netze aus

zeichnen scharfe grenzen weich

klären den betrübten blick

 

 

 

 

 

 

 

 

vom vorübergehen

brennende büsche am morgen

rauchfahnen aus wehmut und licht

durchsichtiger wie gedanken

das geben bis zum letzten hin

 

immer wiederkehrend das sein

das dein ist und mein und unser

dornen im feuer entfachen

einholender schatten gesang

 

 

 

 

 

verbogene willen verworrene träume

an knorrigen bäumen gewogener stille

zerissene blätter streben nach oben

leben vom loben beflissener retter

 

der eine gedanke das fehlen von wahrheit

und endlicher klarheit im wählen von schranken

das wissen um eines das fortwährend sich dreht

das schwer wiegt und leicht ist in schlagenden herzen

 


 

 

 

 

 

 

 

 

von zeit zu zeit

nebel füllts klare auge

fahr über hallt ein ruf

aus wellen deiner iris

der feine schwarze blitz

leise nehmen kräfte zu

das schweigen nicht zu brechen

mondes silber steht im raum

öffnet tür und fenster

hat mein licht mitgenommen

noch immer ist’s hell und ruhig

schnee ist in meinen haaren

und dunkel wird die nacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

an morgen

wolkenfall es geht um                                          wolkenfall s’ist soweit

junge wolken strahlen                                         ein regen wird geborn

sind weiß und rein und leicht                            aus einem tiefen grau

strähnchen nur im wind                                     aus einem reifen wort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

geburtstag

in einer schachtel liegen fotos

die schachtel ist ganz hinten versteckt

auf einem bild ist ein mann als kind

auf einem bild ist er ein baby

dann ist auf einem bild ein soldat

er lächelt er lächelt er lächelt

ein bild ist nur da von der hochzeit

es ist ganz klein und knittrig das bild

und briefe sind drin in der schachtel

mit spitzer oder breiter feder

mit blauer oder schwarzer tinte

vor den augen schwimmen  fremd worte

der tod ist in der schachtel er ist

der vater die mutter und das kind

nadelöhr durch das das leben zieht

und er lächelt lächelt lächelt nicht