zu flucht

hat ein gedicht gestreut – weit werdend

in tentakeln – in gezahnten augenrädern

die ton um ton unterteilen

 

schlag auf zeitungsecken unter brücken

sur les ponts ist tanz den ich heimat nenn

ein gesicht ein eigen mund ein winkel

 

 

 

©db

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querbeet

der mond geht auf träumt claudius

 

goethe schreibt den faust zuende

während heine am meeresstrand

sonnenuntergangsworte spricht

 

laske-schüler bleibt aufm teppich

weil auch brechts mackie dort läuhäuft

mit der tante vom wedekind

 

s’ist wie’s ist nickt fried bedächtig

er ist‘s notiert sich mörike

celan aber lobt die ferne

 

 

 

 

 

©db

Geschriebenes

Dieser Text ist zwar heute schon ein-oder zweimal rebloggt werden, aber ein weiteres Mal kann nicht schaden. Geschrieben hat ihn
M a r i b e y – und ich möchte dazu sagen, dass ich es ebenfalls schwer aushaltbar finde, dass in einer Zeit, wo die Menschen Flüge zum Mars planen, es nicht möglich zu sein scheint, 3700 km weiter östlich Menschen vor systematischer Ermordung zu schützen.

FindeSatz

eisblumen

Als ich ihn anschaltete, meinen Computer, stand dort:

Es weihnachtet sehr.

Eine halbe Stunde zuvor las ich in der Zeitung.

Aleppo.

Es weihnachtet sehr.

Wie sich Gedanken um die letzten Geschenke machen,

wenn wir darum wissen, was 3700 km entfernt geschieht.

Und nicht nur da.

Schweigen sie jetzt, die, die meinten, wir sollten die Grenzen schließen.

In Aleppo läuft ein Kind an der Hand der Mutter durch verwüstete Straßen.

Was würde auf seinem Wunschzettel stehen?

Manchmal ist die Welt widersprüchlich, dass es weh tut.

Manchmal wundere ich mich, dass wir weiter den Tisch decken, ihn abräumen,

als wäre nichts.

Es weihnachtet sehr.

Manchmal da würde ich gerne schreiben, doch weiß nicht wie.

Es weihnachtet sehr.

Manchmal, da denke ich, er ist dem näher

als wir unter all den mit Bändern verzierten Paketen vermuten.

Ursprünglichen Post anzeigen

spielfeld

container am feldrand

nicht rostbraun keine angst

taubenfarbnes graublau

ein schlafplatz für menschen

.

deren kinder fern sind

in einem eu-land

wo alles sicher ist

da sind sogar kinder

die stelln container auf

die vor erdbeeren rosten

im ernstfall gibt’s ein geld

und ostwärts noch mehr land

©db
komplett überarbeitet im Januar 2017 (die Gefällt-Mir-Sternchen also mal lieber wiederholt wegdenken… )

blog award on tour

Simone Lucia Birkner vom Blog Gedanke trifft Papier hat mich im letzten Monat mit dem Blogaward überrascht. Ich freu mich darüber, fühle mich sehr geehrt, geriet aber auch ein wenig ins Schwitzen bei der Beantwortung der Fragen. Der Unterschied von Lyrik zu Prosa ist ein Gewaltiger

(ich bin versucht“ Gewalt-Tiger“zu schreiben, so groß ist der Unterschied).

Ich probiere gar nicht erst, das Blogawardsymbol zu kopieren (aber was soll’s  auch mein Versuch, ein eigenes Symbol zu kreieren, ging schief… wegen einem kaputten Übertragungskabel vom iphone zum pc )… – ich gehe es mal an, alles so simpel wie möglich für mich zu gestalten (hihi, Papier ist geduldig, im Gegensatz zu mir.. achso … hier ist gar kein Papier im Spiel, na dann: es lebe die Ungeduld).

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Also, liebe Simone, nun möchte ich mich bei dir ganz herzlich für die Nominierung bedanken. Hier nun meine Antworten zu Deinen Fragen:

1. Was hat dein allererster Kindheitsberufswunsch noch mit deinem jetzigen Leben zu tun? Hm. Ob es der allererste war,? Ich weiß nur, dass es einmal eine absolut markerschütternde Erkenntnis war, dass ich Schauspielerin werden wollte. Da war ich 13 Jahre alt und noch völlig ahnungslos, welche Assoziationen der Beruf „Schauspielerin“ bei meiner Mutter auslösen würde… – davor hatte ich viel elementarere Wünsche, an Berufswünsche war gar nicht zu denken. Jedenfalls ist meine Kindheit meine „Schatztruhe“, aus der ich schöpfe… – ach ja und Musikerin wollte ich auch werden; da bin ich ein bisschen dichter dran (zumindestens habe ich noch nicht aufgegeben, Pianistin werden zu wollen… – und das will was heißen! ).

2. Woraus entstand deine Idee, einen Blog ins Leben zu rufen? Eine Teilnahme an dem Wahlpflichtfach Medienpädagogik sah vor, einen Fake-Blog zu erstellen auf wordpress und dann mit den anderen Kursteilnehmern über den Blog zu kommunizieren. Das brachte mich auf die Idee, meiner traurigen Zettelwirtschaft flüchtig hingekritzelter Gedanken in Gedichtform ein Ende zu setzen – ich war schlichtweg begeistert, als ich sah, wie leserlich das von mir Geschriebene auf einmal wurde.

3.  In welcher Situation hast du die besten Ideen? Nachts. Ich brauche die Stille, ich liebe das Dunkel um mich herum.

4. Wie müssen die Umstände sein, unter denen du am besten schreiben kannst? Schreiben ist das Einzige, was ich auch im total erschöpften Zustand zu tun vermag. Es ist komisch: manchmal sitze ich ewig vor einer Zeile und renne mich in ihr fest, und es kommt nix bei rüber und manchmal flutscht sie einfach so raus und es stimmt. Eine gute Vorraussetzung scheint mir, ohne Erwartungen ans Schreiben zu gehen.

5. Über welche noch so kleine Begebenheit hast du dich heute gefreut? Dass ich meinen Abwasch erledigt habe, obwohl ich dazu keine Lust hatte.

6. Was ist Inspiration? Etwas Schönes. Ein Geheimnis? Ein Zauber. Ergriffen-Sein.

7.  Dein Lieblingsort? ..der Platz am Klavier. Wald, Wasser, Meer.

8 . Welches Thema hat dich schonmal mehr als ein Jahr beschäftigt? Indigenes Leben, südamerikanische Kultur… die Anden. Reisen.

9. Was haben Verzicht und Freiheit miteinander zu tun?  Viel. Eine sehr interessante Frage. Mir fällt ein Marie Ebner Eschenbach-Zitat dazu ein: „Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.“

10. Was würdest du jetzt lieber tun, als diese Fragen zu beantworten? Mach ich doch gerne.

11. Morgenmensch oder Nachtmensch? Ganz und gar Nachtmensch; das schließt den Morgenmenschen mit ein; also wegen der Zeit nach null Uhr.

________

Nun, es hat mir Spaß gemacht, über die Fragen nachzudenken. Den liebsten Blogaward weiterzugeben, das stelle ich mir eher schwierig vor. Wer von euch die folgenden 11 Fragen beantworten möchte und es mir nicht krumm nimmt, dass ich die Awardregeln mal komplett auslasse bzw als bekannt vorraussetze, die oder der sei herzlich eingeladen, sich als nominiert zu sehen. Gemeint sind ja wohl Blogs unter 200 Follower//n)innen, wie der meine. Ich werde mal eine Anfrage bei dem folgenden Blog starten, aber wie gesagt, eingeladen sind alle, die sich über eine Nominierung freuen würden.( „Liebster“-Blog finde ich auch ein bisschen unpräzise. Wenn ich mich zwischen Beethoven und Mozart entscheiden müsste, würde ich wahrscheinlich auf John Lee Hooker kommen. Oder so. )

Ich nominiere

Wort und Stille

…  Das ist ein neu entdeckter Blog, den ich gern besuche.

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Hier meine Fragen:

1.) Weihnachten allein zu Haus: Was würdest Du tun?

2.) Welche Assoziationen hast Du bei dem Wort Lyrik ( Nenne die 5 ersten Wörter, die Dir einfallen) ?

3.) Welche Pflanze steht Dir (gerade) am nächsten (das meine ich total buchstäblich).

4.) Welches Sternzeichen hast Du?

5.) Meinst Du, das an Sternzeichen etwas dran ist?

6.) Welches Geräusch magst Du sehr gern hören?

7.) Wie und wo würdest Du ein Gedicht vorlesen wollen?

8.) PC-Tastatur oder Füller? Was inspiriert Dich mehr?

9.) Schreiben bedeutet für mich….. 

10. ) Welche dieser Fragen hat Deiner Meinung nach gute Aussichten auf einen Platz in Deinem Papierkorb ?

11.) Ein Gedicht ohne Worte… Geht das?

….

So. Turbofragen sind das. Habe ich nicht lange drüber nachgedacht.

Einen schönen Adventsabend wünsche ich allerseits.

nichts besonderes

der beschluss bestimmung anzunehmen

kommt etwas ungelegen zwischen jetzt

und später einmal als ob’s gestern wär

 

der toplader spielte sein programm ab

die küchenuhr tickte zeitgemäß

der lüfter vom pc schnurrte leise

das sorgenpaket lag in der ecke

 

ein bestimmter klang wie eine farbe

die ungesehen die iris färbte

im gitterwerk abgetauchten fühlens

schwieg sich nachhallend ins innerste aus

 

nichts besonderes also

ein tintenfisch ist eben tintenfisch

laut programm wird er als solcher sterben

im meer oder vielleicht in einem buch

 

undurchdringlich ist der klang das eigne

sich andersartig anfühlende sein

das hinauswill und doch unscheinbar ist

same eines liedes ich höre es

 

 

 

©db

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

erinnerung

wasser weben in den siebenden blick
der stillhält wartet dass etwas geschieht

wasser träumen dem trockenen brunnen
hohen glanz verlorner fülle


wasser holen von wartenden quellen
den inseln unverklärter gegenwart

wasser der spiegel der immer zerbricht                                                                                            den morgen nehmen es ist ein geschenk

 

 

 

 

 

©db