haben oder sein

das letzte wort

as etzte ort

s tzte rt

zte t

te

e

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handy (c)ap(p)

mein handy hat ne mütze darunter ein gesicht

ich hör mein handy brummeln es klingelt nicht es spricht

spieglein spieglein in der hand bin das schönste hier

schau mich mal an so fein so rein bin glatt ne zier

 

mein handy hat null  ahnung das ist ziemlich wahr

der strom ist weg wir gehn nach haus natürlich ist mir klar

es ist aus es brummelt nicht spricht oder flötet

es tutet gerade so                                   als hätt‘ ich’s getötet

 

 

 

 

 

 

erntelied

den mohn im feld die kornblum und kamill

was ich will ist eine welt

den sohn nicht im krieg auch die tochter nicht

auch nicht dort wo ich nicht wohn

 

die kuh im stall schafe schweine ziegen

was ich will ist eine welt

ich und du überall in allem sein

ob mensch ob tier ob bloßer halm: geliebt

 

 

 

 

(wege den bäumen)

schnelles auto an der seite

wie hell es aufblinkt überholt

von rechts nach links

von links nach rechts

 

vorn das regenbogentor

hängt seine angeln aus

lässt alle kinder durch

wie die erst fahren

 

wie es bloß passiert ist

spieglein spieglein an der seite

das bunte ist vorüber

das graue spielt verrückt

 

 

 

es war einmal

es war einmal ein kind, das ging zum bauern, milch holen. 1967 war das ungefähr. Das kind ging noch nicht zur schule, aber es ging zwei bis drei mal in der woche milch holen. Der bauer hatte eine haushälterin und ca. 12 kühe, alle kühe hatten einen namen, der auf einer schiefertafel mit kreide geschrieben war und über den kühen hing an ihrem futterplatz im stall. Der bauer redete wenig, darum war das kind erstaunt, als er sagte: „komm, ich zeig dir was“.

Der bauer hatte eine taschenlampe, es war schon dunkel, er ging nach draußen mit kräftigen schritten. Er war sehr hager und lang, hatte keine haare auf dem kopf, nur an den ohren waren einige haare zu sehen und darüber –  in richtung stirn, dicke, mit haut überdeckte adern.

Das kind folgte ihm, so gut es konnte, war noch rechtzeitig zur stelle, als der bauer mit der taschenlampe den unteren rand des reetdaches untersuchte, mit einem flinken griff etwas einfing, es war ein kleiner vogel, wie das kind sah.

Ohne etwas zu sagen, drehte sich der bauer um, ging in richtung diele, war sich wohl sicher, dass das kind folgen würde. Das kind folgte ihm. Es stellte keine fragen.

Der bauer öffnete eine dielentür, dort war ein kleiner stall. Darin hockte eine katze. Nun hob der bauer den blick, sah das kind kurz an, dann nahm er den kleinen vogel, brach ihm die flügel, warf ihn der katze vor, die sich sofort auf ihn stürzte.

Der bauer sah das kind noch einmal schweigend an, drehte sich wieder um, schloß die tür. Das kind nahm seine zwei gefüllten milchkannen aus hartplastik auf und ging nach hause. Es erzählte niemanden, was es gesehen hatte. Es behielt die unheimlich wirkende atmosphäre aus schweigen und handeln für sich.

 

 

 

 

steinzeitstroh-fee

nen mammut wär gut mann o mann

warum gibts denn heut kein mammut

 

(übrigens eine frage die seit ihrem ersten auftauchen zu schweren auseinandersetzungen in zwischenmenschlichen beziehungen geführt hat. Es wird sogar vermutet, dass das aussterben des mammuts aufgrund eines unvorhergesehen klimawandels einen menschen  dazu bewog, das rad zu erfinden)

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die stroh-fee spinnt sie ißt vegan

sagt dass es früher mehr gras gab

 

früher gabs meer sagte sie laut

internet gabs ozeane

 

heute,  sagte sie

habt ihr keinen wunsch frei.