traumbild I

dass sie auf gleisen stehen nicht sehen

eiserne sprache verstehen den zwang

den drang ohne standpunkt zu verharren

wenn der blind fahrende zug pünktlich  ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

januar

nicht ist wie es war brach liegt das kalte

ummantelt von ungefrornen wassern

die gehn ins blut und halten auf die hand

haben schon die leichte luft gefangen

 

 

 

 

 

 

 

 

all das alles

dass das das leben ist das uns geschieht

von zwischenraum zu zwischenraum passierts

da trägt wer’s namenlose herz nach haus

da sind wir tür an die wer dauernd pocht

bis anhält unser sein einlässt den gast

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

erste schnee-erinnerung

dass weihnachten war

vergessen

dass es kalt war

mir nicht

dass alles weiss war

ja

dass der Schnee knirschte

ja

dass ich unter 1m groß war

ich kam mir groß vor

dass ich etwas in den händen hielt

mit beiden händen

dass es aus hellrotem plastik war

aus plastik

dass ausatmen weißen rauch machte

weißen rauch

und pusten ins plastikdings töne

töne

die liefen über den schnee

und hinterher

ich ihnen vorweg

 

 

 

 

 

 

 

viel stimme den stimmen

jaroslav erzählte mir, dass es unmöglich sei, zu singen, ohne dabei den boden unter den füßen zu verlieren.  Er lachte, denn er war groß und kräftig, am stärksten aber war seine stimme, die, wenn er sang, den boden vibrieren ließ.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

das gibt es nicht

das wasser ist weg

das ist unerhört                                           

wir kamen von weit                              

um wasser zu sehn      

*

nun ist es nicht da

nach sechs stunden fahrt   

wir standen im stau   

das gibt es doch nicht

*

wie lang das dauert

bis das wasser kommt

bei randvollem tank

bis alles sich leert

 

 

 

 

         

streich blätter ab von mir

 schicht um schicht beschriebne

der stoff aus dem ich bin

ist seltsam er nimmt zu

innerlich gewogen

wird mir zu teil das leben

berge mond und seen

das was sich wiegt in mir